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Aluminiumpreis Industrie hat es im Griff


27.01.2012
Rohstoff-Report

München (aktiencheck.de AG) - Aluminium ist ein Metall wie kein anderes: Innerhalb von nur sechs bis neun Monaten sind Aluminiumschmelzer in der Lage, ihre Produktion zu erhöhen - oder, wie gerade, noch schneller zu senken, so die Experten von "BörseGo" in ihrem "Rohstoff-Report".

Dabei würden die Unternehmen zwar Schließungskosten erleiden, aber wenn der Preis, den sie für ihr Produkt verlangen könnten, unter die Grenzkosten falle, dann sei man bereit, in den sauren Apfel zu beißen.

Und man könne quasi sagen, dass gerade saure-Apfel-Zeit sei am Markt für Aluminium. Am prominentesten sei das Beispiel Alcoa. Der weltgrößte Aluminiumhersteller, der traditionell immer im Zusammenhang mit dem Beginn der Quartalsberichtssaison in den USA genannt werde, habe die Bombe platzen lassen und schon eine Woche vor der Veröffentlichung der Zahlen eine Senkung seiner Produktionsmengen angekündigt.

Auf der von der McGrawHill-Rohstoff-Tochter Platts veranstalteten Aluminium-Konferenz in den USA in der vergangenen Woche habe eine "verhalten positive" Stimmung geherrscht, berichte Goldman Sachs. Nach Besuch der Konferenz und nach "jüngsten Gesprächen" würden die Analysten eine "verhalten bullische" Einschätzung zum Aluminiumpreis in der ersten Jahreshälfte ableiten.


Die Industrie habe mit Produktionssenkungen reagiert und das könnte dazu führen, dass die von den Analysten erwartete Prognose nicht zutreffen werde. Diese Prognose gehe von einer Überschussproduktion am Weltmarkt für Aluminium von 800.000 Tonnen in diesem Jahr aus. Durch die Senkungen könnte der Überschuss geringer ausfallen, was die Preise stützen könnte. In Europa alleine könnte die Aluminiumschmelze um 500.000 Tonnen sinken, unter anderem wegen den spanischen Schmelzern Alcoas. Das würde 8% des westeuropäischen Bedarfs entsprechen. Weltweit sei die Produktion seit September 2011 bereits um 3,6% gesunken.

Dem könnte allerdings China einen Strich durch die Rechnung machen. Seit dem Jahr 2009 sei die weltweite Aluminiumproduktion um rund sieben Millionen Tonnen gewachsen, wovon 90% aus Asien hätten gestammt - China und der Nahe Osten hätten dabei die größte Rolle gespielt. Nach einem Produktionszuwachs um 10,3% im letzten Jahr werde die chinesische Produktion in diesem Jahr nach Goldman-Prognosen nicht mehr so stark wachsen, auch wegen dem dort mittlerweile gedrosselten Wirtschaftswachstum. Aber China habe immer für Überraschungen gesorgt.

Noch viel interessanter als die nackten Produktionszahlen sei das neue Preisverhalten von Aluminium. Wie die BNP Paribas in einer Analyse schreibe, habe Aluminium seit Jahresbeginn sein "Hinterherhinken" gegenüber anderen Metallen beendet und sei so gestiegen, als wäre es schon immer ein interessanter Markt für Investoren gewesen. Im gesamten letzten Jahr sei Aluminium in allgemein guten Börsenphasen immer weniger als der Gesamtmarkt gestiegen, dann in schlechteren Phasen aber auch nicht mehr so stark zurückgefallen. Insgesamt sei das ein stabiler, fast schon langweiliger Markt gewesen. Das könnte sich jetzt ändern, was auch mit den angekündigten Produktionssenkungen zusammenhängen könnte.

Die Analysten der BNP würden damit rechnen, dass Aluminium weniger stark fallen werde, sollte es zu der allgemein erwarteten konjunkturellen Abkühlung auf weltweiter Basis kommen. Bereits bei einem Rückgang auf 2.000 US-Dollar pro Tonne sei eine noch stärkere Reaktion der Produzenten zu erwarten. Sie würden ihre Produktion einfach noch stärker einschränken. Damit sei der Preis auf der Unterseite abgesichert.

Wer daran glaube, dass Aluminium stabil bleibe und nicht mehr stark falle, der könne sich das Bonus-Cap-Zertifikat der DZ BANK (ISIN DE000DZ2LHD7/ WKN DZ2LHD) näher betrachten. Es werde zu 25,90 Euro zum Kauf angeboten und am 19. November 2012 zu 28,80 Euro zurückbezahlt, wenn zuvor die Schwelle bei 1.800 US-Dollar im Aluminiumpreis nicht berührt oder unterschritten werde. Es mache nach der steilen ungebrochenen Rally Sinn, noch eine Zeit lang zu warten, bis Aluminium weiter zurückkomme. Doch selbst, wenn man das Zertifikat direkt zu 25,90 Euro erwerben würde, würde die Bonusrendite bei 11,2% liegen. (Ausgabe 2 vom 26.01.2012) (27.01.2012/zc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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