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Aktienmärkte Umfeld für Herbstrally könnte kaum besser sein


07.09.2010
Emerging-Markets-Trader

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Konsumenten des Westens leiden unter einer Rekordverschuldung und der öffentliche Sektor ist auf dem besten Weg in eine Schuldenkrise, so die Experten vom "Emerging-Markets-Trader".

Obwohl Unternehmen (exklusive Banken) die einzigen Wirtschaftsakteure seien, die in den vergangenen zehn Jahren vernünftig agiert und ihre Bilanzen entgiftet hätten, würden Anleger ausgerechnet der Entwicklung der Unternehmensgewinne nur wenig Vertrauen schenken. So würden sowohl der MSCI World (KGV 2010e =12,8), der MSCI Emerging Market (KGV 2010e =11,5) als auch der MSCI Frontier Market Index (KGV 2010e =9,2) unter ihrem historischen Bewertungsschnitt notieren und die Renditen am Anleihenmarkt gleichzeitig ins Bodenlose fallen.

Die Folge: Die Diskrepanz zwischen den am Aktienmarkt zu erzielenden Renditen und den Renditen am Anleihen- und Geldmarkt werde immer größer. Mittlerweile liege nicht nur das Verhältnis der so genannten Gewinnrendite (inverses KGV) von Aktien zu der Rendite von amerikanischen Staatsanleihen auf einem Allzeithoch, sondern Aktienanleger könnten auch einen rekordhohen Renditeaufschlag zu Unternehmensanleihen mittleren Risikos erzielen (Anleihen mit Baa-Rating). Gleichzeitig bringe Festgeld fast keine Zinsen mehr und in den meisten Industrieländern lägen die krisenerschütterten Immobilienmärkte danieder.


Wie attraktiv Aktien derzeit im Renditevergleich verschiedener Anlageklassen seien zeige ein außergewöhnlich seltenes Phänomen: Mit 2,8% übertreffe die aktuelle Dividendenrendite des MSCI All Country Index die Rendite von "risikofreien" Anleihen (Rendite zehnjähriger US-Treasuries = 2,5%) deutlich. Dieses Phänomen habe man in den vergangenen 20 Jahren nur einmal in der Periode von Oktober 2008 bis April 2009 erlebt, also unmittelbar vor der kräftigen Börsen-Rally vom Sommer 2009!

Fundamental gebe es nur ein Szenario, in dem eine höhere Dividendenrendite bei Aktien wie bei zehnjährigen Staatsanleihen zu rechtfertigen wäre: Wenn eine dauerhafte Konjunkturkrise (Deflation) die Gewinne und Dividenden von Unternehmen für zehn Jahre einfriere oder gar zum schrumpfen bringe. Für die USA möge man sich dieses Szenario mit Blick auf die mittlerweile zwei verlorenen Dekaden in Japan noch vorstellen können, doch womit erkläre sich dann, dass mittlerweile auch die durchschnittliche Dividendenrendite in der von der Bankenkrise weitestgehend verschonten Wachstumsregion Asien mit 2,5% die Rendite von zehnjährigen US-Staatsanleihen erreicht habe?

Neben dem Faktor "Angst" könne nur die Manipulation des Anleihenmarktes, also die Quantitative Easing Politik der vier Zentralbanken FED, EZB, Bank of Japan und Bank of England, eine Erklärung für das Phänomen sein. Solange die Zentralbanken der Industrieländer die Nullzins-Politik nicht aufgeben würden, würden die Renditen von Staatsanleihen und Festgeld niedrig bleiben und die wesentlich höheren Renditen von Aktienanlagen in den Wachstumsregionen der Welt (insbesondere Asien) für Anleger zunehmend an Attraktivität gewinnen. Und somit werde die verbreitete Furcht vor einem "Double Dip", also einer zweiten Rezession in den Industrieländern, selbst zu einem der stärksten Gründe für eine Börsenrally: Die Prognose für ein Ende der Nullzinspolitik verschiebe sich durch diese Sorgen immer stärker nach hinten und ein Ende der Liquiditätsflut sei nicht in Sicht!

Das Umfeld für eine Herbstrally könnte kaum besser sein, denn die zwei wichtigsten Nährböden für Börsengewinne seien an den Märkten aktuell im Überfluss zu finden: Angst und Liquidität. Zudem könnten sich im Herbst Analystenaufstufungen, Übernahmespekulationen und Aktienrückkaufprogramme häufen, denn die Unternehmen würden auf hohen Barmittelbergen sitzen und die Marktbewertungen seien attraktiv. (07.09.2010/ac/a/m)




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