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Europäische Aktienmärkte Konjunktursorgen belasten


07.09.2010
Union Investment

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Nach positivem Start standen die europäischen Aktienmärkte im August zunehmend unter dem Eindruck wachsender Konjunktursorgen, so die Experten von Union Investment.

Die Weltwirtschaft, so die Befürchtung, könnte nach Bewältigung der globalen Finanzkrise bereits auf dem Weg in eine erneute Rezession sein. Dieses auch Double Dip genannte Szenario sei im Monatsverlauf verstärkt in den Fokus der Investoren gerückt und habe zu einem Anstieg der allgemeinen Risikoaversion geführt, trotz überwiegend positiver Nachrichten von der Unternehmensseite.

Grund für die Skepsis seien negative Konjunkturdaten aus einer Reihe wichtiger Volkswirtschaften gewesen. Insbesondere in den USA hätten sich die Zweifel an der Nachhaltigkeit des Wirtschaftsaufschwungs gemehrt. Im zweiten Quartal habe das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) dort auf annualisierter Basis zwar noch bei 1,6 Prozent gelegen, jedoch würden schwache Frühindikatoren und eine hohe Arbeitslosigkeit auf eine weitere Abkühlung der US-Wirtschaft im Jahresverlauf schließen lassen.

In Europa habe sich die Konjunktur hingegen bislang robust präsentiert. So habe die Wirtschaftsleistung in der Europäischen Währungsunion (EWU) im zweiten Quartal auf das Gesamtjahr hochgerechnet um 4 Prozent zugenommen. Besonders stark sei das Wachstum in Deutschland ausgefallen. In der größten Volkswirtschaft der Eurozone sei auf Jahresbasis ein Wert von rund 9 Prozent erreicht worden. Zuletzt hätten verschiedene Indikatoren jedoch auch hier auf eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik hingedeutet.


Die Ergebnisse der Unternehmen für das zweite Quartal seien überwiegend positiv ausgefallen. So habe etwa BMW (ISIN DE0005190003 / WKN 519000) eine Versiebenfachung des Gewinns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielen und die Erwartungen damit klar übertreffen können.

Auch der Bankensektor habe von Steigerungen bei Umsatz und Gewinn berichtet. Sowohl die beiden französischen Institute Société Générale (ISIN FR0000130809 / WKN 873403) und BNP Paribas (ISIN FR0000131104 / WKN 887771) als auch die britische HSBC (ISIN GB0005405286 / WKN 923893) hätten ihre Quartalsergebnisse deutlich verbessert. Die Commerzbank (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) habe das zweite Mal in Folge einen Quartalsgewinn erwirtschaftet und angedeutet, dass mit der Rückzahlung der von der Bundesregierung gewährten Staatsbeihilfen eventuell bereits vor dem geplanten Termin im Jahr 2012 begonnen werden solle.

Bei den Versorgern habe GDF SUEZ (ISIN FR0010208488 / WKN A0ER6Q) mit einer zehnprozentigen Steigerung des Nettogewinns überzeugen können. Daneben habe der Energiekonzern bekannt gegeben, sich mit dem britischen Wettbewerber International Power (ISIN GB0006320161 / WKN 881189) auf eine Übernahme geeinigt zu haben. Bei einem erfolgreichen Zusammenschluss würde das Unternehmen die deutsche E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99) als weltweit umsatzstärksten Energieversorger ablösen.

Hätten die positiven Unternehmensergebnisse die Aktienkurse im August zunächst beflügelt, so habe nach Ablauf der Berichtssaison die Skepsis an den Märkten über den weiteren Konjunkturverlauf zugenommen. Zwar habe der deutsche Leitindex DAX (ISIN DE0008469008 / WKN 846900) zu Monatsbeginn noch ein Jahreshoch von 6.351 Punkten erreicht, aber im weiteren Verlauf deutlich nachgegeben und sei unter die Marke von 6.000 Punkten gesunken. Auch der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145 / WKN 965814) sei zunehmend unter Druck geraten. Besonders zyklische Werte aus dem Industrie- und Technologiesektor hätten Kursverluste hinnehmen müssen. Hingegen hätten sich defensive Titel aus der Gesundheitsbranche sowie dem Telekommunikationsbereich dem Abwärtstrend weitgehend entziehen können.

Insgesamt habe der EURO STOXX 50 im August 4,3 Prozent verloren und zum Monatsende bei 2.623 Punkten notiert. Der DAX sei um 3,6 Prozent gefallen und habe bei 5.925 Punkten geschlossen. (Ausgabe August 2010) (07.09.2010/ac/a/m)




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