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EUR/USD Konjunkturimpulse Mangelware 07.09.2010
UniCredit Research
München (aktiencheck.de AG) - Nachdem die Finanzmärkte infolge einiger besserer US-Daten der Wahrnehmung verfielen, in der US-Konjunktur hätte sich substanziell etwas zum Besseren gewandelt, bewegte sich gestern aufgrund des US-Feiertages erst einmal gar nichts, so die Analysten von UniCredit Research.
Wohin die Reise der Devisenmärkte diese Woche gehe, werde erst heute Nachmittag mit Eröffnung der US-Aktienbörsen entschieden. Es sei durchaus möglich, dass der US-Handel dort anknüpfe, wo er Freitag aufgehört habe. Sollte die Begeisterung über den weniger krassen Stellenabbau angehalten haben, wäre bei EUR/USD eine Annäherung an die 1,30 durchaus denkbar. Darüber hinaus dürfte die Luft nach Meinung der Analysten jedoch wieder recht dünn werden.
Ein einziger US-Arbeitsmarktbericht und ein verbesserter ISM-Index sollte schließlich auch aus Sicht der Märkte, sofern sie zu einer nüchternen Betrachtungsweise übergehen würden, nicht ausreichen, um das Risikobild völlig zu kippen, und neue Konjunkturimpulse seien in den kommenden beiden Wochen Mangelware. Richtungweisendes erwarte man frühestens im Zuge des nächsten FOMC-Treffens am 21. September und den kurz darauf folgenden wichtigen US-Häusermarktdaten. Selbst aus der Eurozone gebe es vor diesem Termin keine nennenswerten Bekanntgaben. ifo-Index und INSEE, sowie die Einkaufsmanagerindices seien erst später angesiedelt. Auch dem neuen Konjunkturpaket Obamas würden die Märkte angesichts der fehlenden Nachhaltigkeit bisheriger Maßnahmen erst einmal mit Skepsis begegnen.
Nicht vernachlässigen wolle man zudem die noch längst nicht vergessene EWU-Budgetproblematik und das ständige Risiko einer möglichen Herabstufung der Kreditwürdigkeit eines Landes durch eine der drei großen Ratingagenturen. Wie sensibel diese Thematik noch sei, sei bereits gestern erkennbar geworden, als sich die Spreads der Bundrenditen gegenüber der Eurozonen-Peripherie wieder ausgeweitet hätten, weil in den kommenden Wochen rund EUR 80 Mrd. Finanzierungsbedarf anstünden.
In den nächsten zwei Wochen dürfte die EUR/USD-Range 1,2650/1,3000 lauten.
Apropos Finanzierungsbedarf: Bereits so gut wie eingemottet und nun wieder aus der Kiste geholt worden sei heute Nacht das Thema Banken-Stresstest, nachdem der Bundesverband deutscher Banken bekannt gegeben habe, dass die zehn größten deutschen Kreditinstitute aufgrund der verschärften internationalen Regulierungen (Basel III) rund EUR 105 Mrd zusätzliches Kapital benötigen würden, da es an den neu festgelegten Mindestkapitalquoten und der Zusammensetzung des Eigenkapitals sehr wahrscheinlich nichts mehr zu schrauben gebe.
Die Analysten würden allerdings nicht davon ausgehen, dass mit diesen zusätzlichen Anforderungen die Überlebensfähigkeit der entsprechenden Institute gefährdet sei. Natürlich könnten die Finanzmärkte aber jetzt anfangen zu mutmaßen, wie dann erst die Lage der Banken in der EWU-Peripherie sei, wenn schon Deutschland nachrüsten müsse. Daher sei die Reaktion der Devisenmärkte heute Früh auch nicht allzu überraschend gekommen, als EUR/USD um rund 1 Cent abgesackt sei. (07.09.2010/ac/a/m)
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