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Stahlpreise dürften wieder sinken


07.09.2010
Commerzbank Corp. & Markets

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Preise für die wichtigsten Ausgangsrohstoffe für die Stahlherstellung dürften im vierten Quartal wieder sinken: Kokskohle dürfte sich um 7 bis 9%, Eisenerz sogar um 10 bis 13% verbilligen, so die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets.

Stahlabnehmer hätten dennoch keinen Grund zur Freude. Denn als Folge der chinesischen Planwirtschaft könnte sich Stahl dennoch verteuern. Im derzeitigen Fünfjahresplan 2005 bis 2010 werde eine Steigerung der Energieeffizienz um 20% avisiert. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müsse der Verbrauch pro BIP-Einheit bis Jahresende noch um 4,5% gesenkt werden. Also hätten einige Provinzregierungen Stahlhütten in ihrer Region zu einer teilweisen bzw. kompletten Stilllegung aufgefordert. Daraufhin seien die Stahlpreise in China am Montag bereits um 4 bis 5% gestiegen.

Das konkrete Ausmaß der Folgen für den Stahlmarkt sei zwar noch nicht abzusehen, aber mögliche signifikante Produktionsverluste bei bestimmten Stahlsorten dürften zu weiteren Preissteigerungen führen. Auch dürfte die restriktive Handhabung der Lokalregierungen beim Energieverbrauch für andere Rohstoffmärkte Folgen haben. Kürzungen bei der Produktion von Nickel Pig Iron seien bereits angekündigt, aber auch der Aluminium- und der Kupfermarkt dürften betroffen sein, weil Aluminiumhütten und Kupferschmelzen in der Regel sehr energieintensiv arbeiten würden. China sei der weltgrößte Aluminiumproduzent und habe auch die größten Kupferschmelzkapazitäten weltweit.

Australiens Premierministerin Gillard habe es geschafft, eine Minderheitsregierung zu bilden. Ob sie ihre geplante 30%-Steuer auf Gewinne bei Eisenerz- und Kohleprojekten durchsetzen könne, bleibe wegen der nötigen Zustimmung der grünen und unabhängigen Parlamentarier ungewiss. (07.09.2010/ac/a/m)


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