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Inline-Optionsscheine auf Rohöl vorgestellt


17.06.2010
Société Générale

Paris (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der Société Générale stellen in ihrer aktuellen Ausgabe von "Investment & Life Rohstoffe" zwei Inline-Optionsscheine (ISIN DE000SG1N2U1/ WKN SG1N2U; ISIN DE000SG1N2W7/ WKN SG1N2W) auf den ICE Brent Future vor.

Als am 20. April 2010 die Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko explodiert sei, sei sich kaum jemand bewusst gewesen, welche Umweltkatastrophe folgen würde. Seit nunmehr 56 Tagen ströme tonnenweise Öl in den Ozean. Der verantwortliche Ölmulti BP habe zwar inzwischen eine Glocke über das Leck stülpen und somit einen Teil des auslaufenden Öls abpumpen können, das Leck vollständig zu schließen, sei allerdings immer noch nicht gelungen. Derzeit würden immer noch schätzungsweise 25 bis 30 Tausend Barrel pro Tag (3,9 bis 4,7 Mio. Liter) ins Meer fließen.

Inzwischen lohne es sich, die Katastrophe auch aus der Ölmarktperspektive genauer zu betrachten. Die Regierung von US-Präsident Obama habe scharfe Maßnahmen gegen den Ölkonzern und die Ölgewinnung in der Tiefsee angekündigt. So fordere er derzeit von BP die Einrichtung eines Katastrophenfonds im Umfang von 7,5 Mrd. US-Dollar. Die Hoheit über die Gelder solle bei den von der Ölpest betroffenen Staaten Louisiana und Florida liegen. Noch drastischer sei die Verhängung eines sechsmonatigen Moratoriums für Tiefseeprojekte zur Erkundung und Erschließung neuer Ölvorkommen. Davon seien zurzeit 33 Projekte im Golf von Mexiko betroffen.


Weitere Ölförderprojekte im Golf von Mexiko würden derzeit keine Freigabe bekommen. Es sei damit zu rechnen, dass für zukünftige Projekte zur Förderung von Öl aus großen Tiefen besondere Auflagen zu erfüllen sein würden. Welche Auswirkungen habe dies auf den Ölpreis? Hierbei müsse zwischen kurzfristigen und längerfristigen Folgen unterschieden werden.

Es sei nicht zu erwarten, dass es durch die Ölkatastrophe kurzfristig zu Engpässen in der Ölversorgung kommen werde. In den USA würden derzeit 5,5 Mio. Barrel pro Tag gefördert. Der Offshore Anteil - also der Anteil der mit Hilfe von Bohrinseln auf dem Meer gefördert werde - liege lediglich bei 31 Prozent. Der Großteil des amerikanischen Ölbedarfs von rund 15 Mio. Barrel pro Tag werde jedoch importiert. Ein wichtiger Exporteur seien in diesem Falle die OPEC-Staaten. Diese hätten ihre derzeitige Förderquote 5,4 Mio. Barrel pro Tag unterhalb des Fördermaximums festgelegt. Daher existiere hier genug Überkapazität, um einem spontanen Engpass in der Ölversorgung entgegenzuwirken. Hinzu komme, dass die amerikanischen Öllagerbestände mit 1.091 Mio. Barrel auf dem höchsten Stand seit November 2009 liegen würden.

Auch auf der Nachfrageseite sei derzeit nicht mit einem kurzfristigen starken Anstieg zu rechnen, da immer wieder Nachrichten der Schuldensituation in Europa Konjunkturängste unter Anlegern schüren würden. Längerfristig könnte es aber durch die Ölkatastrophe zu steigenden Preisen kommen. Die Fördermenge im Golf von Mexiko werde 2015 Schätzungen zufolge ca. 300 bis 500 Tausend Barrel pro Tag niedriger liegen. Ein Grund hierfür seien steigende Förderkosten, sollte die US-Regierung zusätzliche Sicherheitsauflagen zur Offshore-Ölgewinnung beschließen. Im Umkehrschluss wäre die Gesamtmenge am globalen Ölmarkt reduziert.

Auch wenn die OPEC diesen Teil ausgleichen könnte, käme es dennoch zu einem Anstieg des Preises, wenn die momentane Überkapazität geringer würde. Sollte die weltweite Ölnachfrage durch Verbesserung der konjunkturellen Lage zusätzlich ansteigen, so würde ein möglicher Preisanstieg noch verstärkt. (Ausgabe 24 vom 16.06.2010) (17.06.2010/oc/a/r)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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