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Analysen - DAX 100
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13.08.2010
RWE-Call hochspekulativ
OC Research
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www.zertifikatecheck.de
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Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von OC Research hält einen Call (ISIN DE000CM8ZBP7/ WKN CM8ZBP) der Commerzbank auf die Aktien von RWE (ISIN DE0007037129/ WKN 703712) für ein hochspekulatives, aber interessantes Investment.
Die Gesellschaft habe Zahlen für das abgelaufene erste Halbjahr 2010 bekannt gegeben.
Demnach habe das Unternehmen in diesem Zeitraum den Außenumsatz im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode um 12% auf 27,4 Milliarden Euro steigern können. Beim EBITDA sei ein Zuwachs um 22% auf annähernd 6,2 Milliarden Euro verzeichnet worden. Das betriebliche Ergebnis habe sich um 21% auf knapp 5 Milliarden Euro erhöht. Das für die Ausschüttung der Dividende maßgebliche nachhaltige Nettoergebnis sei um 23% auf 2,7 Milliarden Euro gestiegen. Der Nettogewinn habe sich schließlich um 8% auf 2,04 Milliarden Euro verringert.
Der Außenabsatz von Strom und Gas habe im ersten Halbjahr 2010 im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode insbesondere wegen der Akquisition von Essent deutlich erhöht. Bei Strom habe der Zuwachs bei 8% auf 155,3 Milliarden kWh und bei Gas bei 37% auf 230,8 Milliarden kWh gelegen.
Die vorgelegten Zahlen hätten insgesamt über den Erwartungen der Analysten von OC Research gelegen. Auf operativer Ebene habe der Konzern dabei auch von einer höheren Verfügbarkeit des Kernkraftwerkes Biblis und Ergebnisverbesserungen der osteuropäischen Aktivitäten profitiert. Bereinigt um Konsolidierungs- und Wechselkurseffekte habe der Zuwachs beim EBITDA bei 9% und beim betrieblichen Ergebnis bei 10% gelegen. Der Rückgang beim Nettoergebnis sei auf die Erfassung bestimmter Derivate-Geschäfte zur Absicherung von Commodity-Positionen zurückzuführen. Hierdurch hätten sich hohe finanzielle Belastungen beim neutralen Ergebnis ergeben.
Für das Gesamtjahr 2010 rechne die Konzernleitung weiterhin mit einem Wachstum beim betrieblichen Ergebnis und beim nachhaltigen Nettoergebnis von rund 5%. Auf Basis der Halbjahreszahlen erscheine diese Zielvorgabe eher konservativ, obwohl sich im zweiten Halbjahr 2010 der positive Konsolidierungseffekt von Essent abschwächen werde. Einen Risikofaktor für die weitere Geschäftsentwicklung sehe man allerdings in der Absicht der Bundesregierung, eine Brennelementesteuer einzuführen. Dies würde das EBITDA von RWE wahrscheinlich mit etwa einer Milliarde Euro belasten und das nachhaltige Nettoergebnis um etwa 650 Millionen Euro vermindern. Vor diesem Hintergrund habe RWE auch sein Mittelfristziel in Frage gestellt. Dieses sehe einen Anstieg beim Betriebsergebnis und beim nachhaltigen Nettoergebnis bis 2012 von durchschnittlich rund 5% pro Jahr vor.
Beim aktuellen Aktienkurs von 53,73 Euro (9:41 Uhr) scheine das Unternehmen mit einem KGV 2010e von knapp 8 nach den Kursverlusten der vergangenen Monate allerdings trotz der vorhandenen Geschäftsrisiken wieder relativ moderat bewertet. So erscheine es durchaus wahrscheinlich, dass die Kursentwicklung in den kommenden Monaten vor allem von den Diskussionen über die Zukunft der Atomkraft in Deutschland geprägt werde. Auf dem ermäßigten Kursniveau sehe man allerdings trotzdem bei einem Investment in die Aktie wieder ein leicht positives Chance-Risiko-Verhältnis.
Die Analysten von OC Research halten daher den unten beschriebenen Call der Commerzbank auf die Aktien von RWE für ein hochspekulatives, aber interessantes Investment. Der Schein habe noch eine Laufzeit bis zum 14. Dezember 2011 und notiere bei einem Basispreis von 55 Euro derzeit knapp aus dem Geld. (Analyse vom 13.08.2010) (13.08.2010/oc/a/d)
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