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Investmentidee: Vontobel-Zertifikat auf Vontobel China New Vision - Investieren in China! Zertifikateanalyse


05.08.2021
Bank Vontobel Europe AG

München (www.zertifikatecheck.de) - Für Vontobel ist der Vontobel Strategie-Index (ISIN CH1108996567/ WKN nicht bekannt) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anlagezertifikaten von dieser Einschätzung profitieren können.

Der chinesische Markt mache den Anlegern derzeit das Leben schwer. Grund dafür seien die neuen Regulierungsmaßnahmen der chinesischen Regierung, die sich in den letzten Wochen sowohl auf große Technologie- als auch auf private Nachhilfe- und Bildungssoftwareunternehmen ausgewirkt hätten. Viele ausländische Anleger würden diese Maßnahmen als unerwarteten Schock für den Markt betrachten. Sie würden befürchten, dass diese verstärkten Regulierungen auch auf andere Sektoren übergreifen und einen systemischen Ausverkauf auslösen könnten.

Unterdessen habe die chinesische Regierung den Anlegern in der letzten Woche versichert, dass die Vorschriften keine Bedrohung für den Markt darstellen würden, sondern im Einklang mit dem langfristigen Wachstumsplan des Landes stünden. In Anbetracht dieses Plans und der Vorgehensweise Pekings könnten die langfristigen Wachstumsaussichten des chinesischen Marktes weiterhin attraktiv sein. Anleger sollten jedoch einen kühlen Kopf bewahren und ein gut diversifiziertes Portfolio halten, um sich in dem volatilen Marktumfeld zu bewegen.

Mit ihren Regulierungen nehme die chinesische Regierung immer häufiger große chinesische Technologieunternehmen ins Visier. Die Vorwürfe würden von Verstößen gegen die Daten- und Cybersicherheit bis hin zu unlauteren Wettbewerbspraktiken reichen, wie das harte Durchgreifen gegen das Fahrdienstunternehmen DiDi Global Anfang Juli kurz nach dessen Börsengang zeige. Infolgedessen sei die Stimmung der Anleger gegenüber in den USA notierten chinesischen Internetunternehmen, die im Mittelpunkt des geopolitischen Konflikts zwischen China und den USA stünden, ins Negative umgeschlagen und habe eine Kursdelle am Markt hinterlassen.

Darüber hinaus habe Peking in der vergangenen Woche beispiellose Vorschriften für den privaten Bildungssektor erlassen. So sei es privaten Bildungseinrichtungen untersagt worden, Gewinne zu erzielen oder sich über Börsengänge Geld zu beschaffen. Inzwischen habe die chinesische Regierung auch strengere Vorschriften für die Immobilienbranche erlassen und Pläne zur Bereinigung des überhitzten Immobilienmarktes angekündigt. Anleger würden derzeit befürchten, dass sich das harte Durchgreifen auch auf andere Branchen ausweiten könnte. Diese regulatorische Unsicherheit habe in den letzten Tagen zu einem Ausverkauf am chinesischen Markt geführt.

Daten zu den Handelsströmen in Richtung Norden (aggregierte Transaktionen über die Börsenverbindung Shanghai-Hongkong und Shenzhen-Hongkong) würden zeigen, dass sich dieser unterdessen schon wieder zu beruhigen scheine. Darüber hinaus nehme das Interesse an Markteintritten aufgrund der günstigen Bewertungen zu. In der Zwischenzeit habe sich der MSCI China Index am 28.07.2021 um 3,36% von einem dreitägigen Einbruch von -13,6% erholt und auch der Hang Seng Index habe eine Verbesserung um 1,54% von einem dreitägigen Verlust in Höhe von -9,5% verzeichnet.

Es sei nicht das erste Mal, dass Regulierungen der chinesischen Regierung die Nerven der Anleger strapazieren würden, wie die Anti-Korruptionskampagne im Jahr 2013 und die Steuererhöhung auf Luxusgüter im Jahr 2018 zeigen würden. Beides habe sich damals negativ auf den Kurs der Spirituosenbranche ausgewirkt, die von Kweichow Moutai, dem Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung in China, angeführt werde. Langfristig orientierte Anleger hätten allerdings von dieser Situation profitiert, denn Kweichow Moutai habe in den letzten fünf Jahren eine hervorragende kumulative Rendite von mehr als 400% erzielt.

Die aktuellen Interventionen am Markt seien auf den langfristigen Wachstumsplan zurückzuführen, den die chinesische Regierung verfolge. Der 14. Fünfjahresplan sei eine Antwort auf den demografischen Wandel im Land und solle den Weg in die politische und wirtschaftliche Zukunft Chinas weisen. Er sei im März dieses Jahres verabschiedet worden und bis 2025 gültig. Eckpfeiler seien die allgemein formulierten makroökonomischen Entwicklungsziele, die die Basis für weitere Maßnahmen und Regelungen bilden würden.

Mit Blick auf die Qualität des Wirtschaftswachstums strebe die chinesische Führung eine Reform der industriellen Entwicklungsplanung an, die von einer dienstleistungsorientierten zu einer selbstständigen, hochtechnologischen und qualitativ hochwertigen Produktion führen solle. Dazu erhöhe die Regierung kontinuierlich die Investitionen in den Hightech-Sektor, zuletzt im ersten Quartal 2021 um 37,3% im Vergleich zum Vorjahr. Um ein besseres Marktumfeld für das Wachstum mittlerer und kleiner Unternehmen zu schaffen, seien nun Vorschriften für große Technologieunternehmen erlassen worden. Diese sollten auch dazu beitragen, langfristig ein gesundes digitales Ökosystem zu schaffen.

Wie im Fünfjahresplan vorgesehen, verpflichte sich die Regierung, die Lebensqualität ihrer Bürger zu verbessern. Mit der Regulierung des Bildungswesens solle die finanzielle Belastung für Familien aus den unteren Schichten der Gesellschaft verringert und der Zugang zu Bildung auf breiterer Basis gefördert werden, anstatt nur auf die Elite abzuzielen. Es sei auch eine Reaktion auf das derzeitige überteuerte Bildungssystem, das zu weniger Bildungschancen in den unteren Schichten und zu einem Rückgang der Geburtenraten führe.


Obwohl die Maßnahmen der chinesischen Regierung im Einklang mit ihrem langfristigen Entwicklungsplan stünden, hätten die unterschiedlichen Interpretationen und Spekulationen der Anleger über die neuesten Entwicklungen zu heftigen Marktreaktionen geführt. Diese könnten erfahrungsgemäß jedoch kurzfristiger Natur sein, wie der Handelskrieg mit den USA im Jahr 2019 zeige. Es lasse sich allerdings nicht leugnen, dass die neuen Vorschriften für die Internetgiganten einen negativen Einfluss auf die Investitionen gehabt hätten.

Im gegenwärtigen Umfeld könnte passives Investieren nachteilig sein, da mehrere beliebte chinesische Marktindices, denen wichtige ETFs folgen würden, eine hohe Allokation in große Technologieunternehmen aufweisen würden. So habe der MSCI China Index eine Gewichtung von 36% und der Hang Seng Index eine Gewichtung von 21% in großen Internetunternehmen (Stand: 27.07.2021).

Angesichts der Entwicklungen der letzten Wochen stelle sich die Frage, ob der chinesische Markt noch attraktiv sei. Auch wenn regulatorische Eingriffe und hohe Volatilität keine Seltenheit seien, könnte ein starkes makroökonomisches Umfeld, solide Fundamentaldaten der Unternehmen und der 14. Fünfjahresplan der chinesischen Regierung für eine mögliche Investition im Reich der Mitte sprechen.

Ein Blick auf die Zahlen zeige, dass das makroökonomische Umfeld derzeit positiv bleibe, da die Zentralbank die Liquidität weiter erhöhe. Das jährliche BIP-Wachstum habe bereits das Niveau von vor der Pandemie übertroffen und erhole sich schneller als in den USA und der Eurozone.

Obwohl die Anlagemöglichkeiten in China derzeit attraktiv sein könnten, sollten Anleger vorsichtig sein. Der Markt sei für seine hohe Volatilität bekannt. Dies gelte insbesondere für den A-Aktienmarkt, der zu 85% von lokalen Kleinanlegern genutzt werde. Diese hätten in der Regel einen kürzeren Anlagehorizont und würden erfahrungsgemäß häufiger handeln. Die erhöhte Volatilität sei eine Folge des Herdenverhaltens dieser Anleger, die in einem Aufwärtsmarkt auf Gewinnjagd gehen und in einem Abwärtsmarkt panikartig verkaufen würden.

Anleger müssten sich dieser höheren Volatilität des chinesischen Marktes im Vergleich zu anderen Schwellenländern bewusst sein. Die annualisierte 10-Jahres-Volatilität des MSCI China liege bei 20,62%, während der MSCI Emerging Markets Index eine Volatilität von 17,66% aufweise.

Einiges deute darauf hin, dass die Marktvolatilität in Zukunft abnehmen könnte. Dies liege nicht zuletzt daran, dass die chinesische Regierung die Beteiligung von Sozialversicherungsfonds am Aktienmarkt beschleunigt habe. Dies könnte zur Folge haben, dass nicht nur inländische, sondern auch ausländische institutionelle Anleger allmählich in den Markt eintreten und diesen effizienter machen. Da diese Anleger häufig langfristig investieren würden, könnte dies die Marktvolatilität mit der Zeit verringern.

Trotz der hohen Volatilität und der langfristig angelegten staatlichen Regulierung könnte der chinesische Markt Anlegern attraktive Chancen bieten. Marktrisiken sollte allerdings mit stärker diversifizierten Portfolios begegnet werden, die verschiedene Anlagethemen und Sektoren umfassen würden. In diesem Zusammenhang könnte ein aktives Management helfen, Gewinner zu identifizieren, Ineffizienzen auszunutzen und so einen Mehrwert für Anleger zu schaffen. Angesichts der Interventionen sollten Anleger eine langfristige Perspektive einnehmen, um regulatorische Risiken zu minimieren und Marktschwankungen "auszusitzen". Insgesamt brauche es eine ruhige Hand und Geduld, um die richtigen Einstiegszeitpunkte auf dem chinesischen Markt zu identifizieren.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel das Strategie-Zertifikat (ISIN DE000VQ8SFS0/ WKN VQ8SFS) auf den Vontobel China New Vision Index. Der anfängliche Ausgabepreis belaufe sich auf EUR 100,00. Der Geldkurs liege bei EUR 93,43. Der Briefkurs werde bei EUR 94,46 gesehen. (Stand: 04.08.2021)

Anleger in dem Strategie-Zertifikat auf den Index seien dem Risiko ausgesetzt, dass der Emittent bzw. der Garant seine Verpflichtungen aus dem Zertifikat nicht erfüllen könne. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals sei möglich. Das Zertifikat unterliege als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 04.08.2021) (05.08.2021/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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