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Investmentidee: Vontobel-Zertifikat auf Inflation Influenced Index - Temporär oder doch nachhaltig? Zertifikateanalyse


19.11.2021
Bank Vontobel Europe AG

München (www.zertifikatecheck.de) - Für Vontobel ist der Inflation Influenced Index (ISIN CH1146148882/ WKN nicht bekannt) eine Investmentidee und die Bank Vontobel Europe AG liefert Vorschläge, wie Anleger mit Anlagezertifikaten von dieser Einschätzung profitieren können.

Der Ausdruck "transitory" bedeute zu Deutsch "temporär" oder "vorübergehend". Dabei handle es sich um so etwas wie das Wort des Jahres - zumindest, wenn es um die Sprachwahl vieler Vertreter der wichtigsten Notenbanken der Welt gehe. Dies bedeute, dass in den Augen der meisten Währungshüter die zuletzt beobachteten Preissteigerungen nicht nachhaltiger Natur seien und die hohe Inflation bald Geschichte sein sollte.

Die Analysten bei BCA Research seien jedoch der Ansicht, dass vorerst jegliche Rückgänge bei den Inflationsraten von kurzer Dauer sein sollten. Demnach dürfte ein Arbeitskräftemangel in vielen Bereichen für steigende Löhne sorgen. Zudem werde mit steigenden Mieten gerechnet, insbesondere in den USA. Darüber hinaus habe die EZB einräumen müssen, dass die Preissteigerungen in den kommenden Jahren höher als lange Zeit gedacht ausfallen dürften. So hätten die europäischen Währungshüter die Inflationserwartungen für die Jahre 2021, 2022 und 2023 bereits im Zuge ihrer September-Sitzung erhöht.

Neben einigen Effekten rund um die deutsche Mehrwertsteuersenkung sowie gestörte Lieferketten würden vor allem die stark anziehenden Energiepreise für den Anstieg der Inflation verantwortlich gemacht. Angesichts des nahenden Winters sei insbesondere der Blick auf die Entwicklung an den Gasmärkten kritisch.

Aus Sicht von Michel Salden, Head of Commodities bei Vontobel Asset Management, hätten verschiedene Aspekte zu den Preissteigerungen am Gasmarkt in Europa beigetragen. So habe man sich hierzulande mit der Füllung der Gasspeicher schwergetan. Ein später Kälteeinbruch im vergangenen Winter sowie ein außergewöhnlich heißer Sommer in Südeuropa, verbunden mit einem höheren Kühlbedarf, hätten für niedrige Füllstände gesorgt. Zudem würden ESG-fokussierte politische Maßnahmen für zusätzlichen Druck sorgen, während die erneuerbaren Energien noch längst nicht so weit seien, den Energiebedarf zu decken.

Fehlende langfristige Gaslieferverträge sorgten zu allem Überfluss dafür, dass europäische Energieerzeuger Angebotslücken mit dem Gang an die Spot-Märkte überbrücken und dafür höhere Preise in Kauf nehmen mussten, so die Bank Vontobel Europe AG. Die höhere Inflation, insbesondere mit Blick auf die Energiepreise, habe Notenbanken unter Zugzwang gesetzt. So habe die EZB ihre Strategie an die neue Situation anpassen müssen. Anfang Juli dieses Jahres sei es so weit gewesen. Die neue Strategie sehe ein symmetrisches mittelfristiges Inflationsziel von zwei Prozent vor. Zuvor sollte die Teuerung "unter, aber nahe zwei Prozent" sein. Die Folgen seien weitreichend. Ähnlich wie die US-Notenbank FED könne nun auch die EZB eine längere Zeit Inflationsraten von mehr als zwei Prozent akzeptieren, ohne eingreifen zu müssen. Dies sorge für mehr Flexibilität, aber möglicherweise auch für eine länger anhaltende lockere Geldpolitik, was im Umkehrschluss wieder die Inflation antreiben könnte.

Investoren könnten auf verschiedene Weise auf eine höhere Inflation reagieren. Welche Maßnahmen angebracht seien, hänge von der Höhe der Inflation ab, aber auch von der Frage, in welchen Märkten oder Warengruppen sich diese besonders deutlich niederschlage. Für den Monat September 2021 habe das US-Arbeitsministerium einen Anstieg der Verbraucherpreise im Vorjahresvergleich um 5,4 Prozent gemeldet. In der Eurozone habe die jährliche Inflationsrate im September laut Eurostat bei 3,4 Prozent und in der gesamten Europäischen Union bei 3,6 Prozent gelegen. Trotzdem habe diese immer noch unterhalb des Preisanstiegs in den USA gelegen. Als Reaktion könnten Anleger nun umschichten und den Anteil von US-Aktien in ihren Depots zugunsten europäischer Titel senken. Auf diese Weise wären sie einer geringeren Inflation ausgesetzt. Angesichts der auch auf dieser Seite des Atlantiks erhöhten Teuerung müsse diese Strategie jedoch ergänzt oder angepasst werden.

Neben einer verstärkten Diversifikation des Portfolios mithilfe von Märkten mit einer niedrigen Inflation sollte sich der Blick zusätzlich auf verschiedene Branchen oder Unternehmen richten; zumal es eine Reihe von Firmen gebe, die in Zeiten einer erhöhten Inflation gut performen würden. Dazu würden Unternehmen aus den Bereichen Rohstoffe und Energie gehören. Schließlich kämen ihnen die höheren Preise an Tankstellen, bei Strom, Gas oder Heizöl zugute. Die Preise würden zudem durch eine Verknappung vieler Waren infolge weltweiter Lieferkettenprobleme angekurbelt. Zu beobachten gewesen sei diese Entwicklung im Bereich der Containerschifffahrt. Die Industrie habe infolge der COVID-19-Krise die Kapazitäten gesenkt. Nun, da die Nachfrage nach vielen Gütern infolge der wirtschaftlichen Erholung überraschend schnell angesprungen sei, gebe es nicht genügend Schiffe und Container. Rohstoff- und Energieunternehmen seien jedoch nicht die einzigen, die in Zeiten einer erhöhten Inflation eine gute Figur abgeben könnten.

Unternehmen mit einer starken Marke und einem hohen Marktanteil hätten die richtigen Voraussetzungen, um in einem inflationären Umfeld Schutz zu bieten. Zwar müssten auch sie mit den höheren Rohstoff- und Energiekosten, zum Beispiel bei Öl und Gas, fertig werden, allerdings könnten sie steigende Kosten durch Preissteigerungen an Kunden weiterleiten. Dies bedeute, dass Konsumenten bei höheren Preisen nicht gleich aufhören würden, die jeweiligen Produkte zu konsumieren. Auch die Wahrscheinlichkeit, zu günstigeren Konkurrenzangeboten zu wechseln, sei gering. Dafür müssten die jeweiligen Unternehmen den Konsumenten jedoch ein Produkt bieten, auf das sie selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht verzichten möchten.


Zu solchen Unternehmen würden Konsumgüterriesen wie der Schweizer Nahrungsmittelgigant Nestlé, die US-Getränkehersteller PepsiCo und Coca-Cola oder Apple zählen. Diese und ähnliche Unternehmen würden mit vielen starken Marken punkten oder seien selbst über die Zeit zu riesigen Marken geworden. Außerdem seien sie fast überall auf der Welt präsent, sodass die Diversifikation gleich auf mehrfache Weise gegeben sein könne. Sollten einige Marken oder Ländermärkte doch schwächeln, könnten diese negativen Effekte mit Erfolgen in anderen Produktbereichen oder Teilen der Welt aufgefangen werden. Die vielen starken Marken sowie ihr starkes Auftreten in vielen Ländermärkten hätten sie einige wirtschaftliche Krisen sowie Zeiten mit erhöhter Inflation überstehen lassen.

Unternehmen, die einen signifikanten Teil ihres Umsatzes als Marktführer in konzentrierten Sparten generieren würden, sollten in der Lage sein, der Inflation besser zu trotzen.

Nun müssten sich Anleger nicht selbst auf die langwierige Suche nach Werten machen, die in Zeiten einer erhöhten Inflation gut performen könnten. Der Vontobel Inflation Influenced Index sei mit Blick auf Unternehmen zusammengestellt, die je nach Region eine hohe Preissetzungsmacht hätten. Um zu identifizieren, welche Unternehmen eine Preissetzungsmacht besitzen würden, setze der Index auf Unternehmen, die über mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes als Marktführer in Sparten mit geringem Wettbewerb erwirtschaften würden. Darüber hinaus sei die Bruttomarge bei der Titelauswahl ein wichtiger Indikator. Unternehmen, die Kosten an Konsumenten weitergeben könnten, sollten durch eine Preiserhöhung dennoch attraktive Bruttomargen erzielen können.

Da sich die Inflation ständig verändere, sei auch die Zusammensetzung des Vontobel Inflation Influenced Index nicht starr. Diese ändere sich je nach Höhe der Teuerungsrate in den jeweils betrachteten Regionen. Es seien drei Szenarien festlegt worden, in denen Indexveränderungen vorgenommen würden.

Das erste Szenario liege vor, wenn keine Region einen ungewöhnlichen Anstieg der Inflation verzeichne. Falls sich in einer Region ein rasanter Anstieg der Inflation zeige, passe die Allokation sich für das zweite Szenario an: Regionale Inflation. Bei zwei oder mehr Regionen allokiere der Index, um Schutz vor einer globalen Inflation zu bieten. Im Basisszenario (keine Inflation) bestehe der Vontobel Inflation Influenced Index zu 60 Prozent aus US-Werten und zu 15 Prozent aus Titeln aus der Europäischen Währungsunion (EWU), während japanischen Titeln und Schweizer Werten ein Gewicht von 15 bzw. 10 Prozent zufalle. Gleichzeitig werde der Fokus auf die Komponente Preissetzungsmacht ("Pricing power portfolio") gelegt. Im regionalen Inflationsszenario würden die jeweiligen Anteile der Regionen mit einer erhöhten Inflationsrate um jeweils 20 Prozent gesenkt. Dieser Reduktion entsprechend steige der Anteil der Regionen mit einer niedrigen Inflation. Beim globalen Inflations-Szenario reduziere sich die Preissetzungskomponente des Index auf 80 Prozent zugunsten einer 20-prozentigen diversifizierten Rohstoff-Komponente.

Eine Investmentidee sei zum Beispiel das Strategie-Zertifikat (ISIN DE000VX3DCQ5/ WKN VX3DCQ) auf den Vontobel Inflation Influenced Index. Der anfängliche Ausgabepreis belaufe sich auf EUR 100,50, der Startkurs auf USD 100,00. Das Bezugsverhältnis liege bei 1. Die Informationen zur Laufzeit: Ausgabetag sei am 06.12.2021, erster Börsenhandelstag am 09.12.2021 und Valuta am 13.12.2021. (Stand: 19.11.2021, 10:15)

Ausgewählte Risiken:

Marktrisiko: Die Entwicklung der Aktienkurse der jeweiligen Unternehmen ist von vielen unternehmerischen, konjunkturellen und ökonomischen Einflussfaktoren abhängig, die der Anleger bei der Bildung seiner Marktmeinung zu berücksichtigen hat. Der Aktienkurs kann sich auch anders entwickeln als erwartet, wodurch Verluste entstehen können.

Emittenten-/Bonitätsrisiko: Anleger sind dem Risiko ausgesetzt, dass Emittent und Garant ihre Verpflichtungen aus dem Produkt und der Garantie - beispielsweise im Falle einer Insolvenz (Zahlungsunfähigkeit/Überschuldung) oder einer behördlichen Anordnung von Abwicklungsmaßnahmen - nicht erfüllen können. Eine solche Anordnung durch eine Abwicklungsbehörde kann im Falle einer Krise des Garanten auch im Vorfeld eines Insolvenzverfahrens ergehen. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Das Produkt unterliegt als Schuldverschreibung keiner Einlagensicherung. (Ausgabe vom 18.11.2021) (19.11.2021/zc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.




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