Im Schnitt rechnen die Befragten damit, dass die EZB den Leitzins noch bis mindestens zum Ende des dritten Quartals auf dem Rekordtief belässt und erst danach die Zinszügel strafft.
Ende des Jahres wird die EZB nach Einschätzung der Experten bei einem Zinssatz von 1,5 Prozent angelangt sein. Für Juni 2011 sehen die Fachleute den Schlüsselzins bei 2 Prozent.
Bevor die Notenbanker um EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den Zins allerdings heraufsetzen, werde sie ihre massiven Liquiditätsgaben an die Banken Zug um Zug zurückfahren.
Sie hatten bereits im Dezember den Ausstieg eingeleitet und den Geschäftsbanken letztmals einen Kredit mit einjähriger Laufzeit gewährt. Im März wird die letzte Refinanzierungsoperation mit einem halben Jahr Laufzeit folgen. Weitere Schritte weg von der Rundum-Versorgung der Kreditwirtschaft dürften hinzukommen.
Die Kurse länger laufender Treasuries gaben zunächst nach, drehten später aber ins Plus. Dazu trug der unerwartet kräftige Anstieg des ISM-Einkaufsmanagerindex im Dezember von 53,6 auf 55,9 Punkte bei.
Hinzu kam, dass der weltgrößte Anleihefonds, Pacific Investment Management Co (Pimco), seine Bestände an britischen und US-Staatsanleihen senkt. Managing Director Paul McCulley schrieb in einem Ausblick für 2010, das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage werde bei diesen Staatspapieren mit der wachsenden Neuverschuldung leiden.
"Wir werden in diesem Jahr voraussichtlich ein (Etat-)Defizit von 1400 Mrd. $ haben, ohne dass die US-Notenbank auf der Käuferseite auftritt." Pimco bleibt aber moderat positiv eingestellt für Staatsanleihen der Eurozone.
Britische Staatstitel gaben am Montag anfänglich ebenfalls nach, erholten sich später aber.
Gute Konjunkturdaten stärkten jene, die davon ausgehen, dass die Bank of England ihre ultralockere Geldpolitik nicht ausweitet. So stieg die Zahl der neuen Hypotheken im November auf das höchste Niveau seit März 2008, und der Einkaufsmanagerindex für die Industrie kletterte im Dezember gar auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. "Die Bank of England wird ihre quantitative Lockerung im Februar beenden", sagte Geoffrey Yu, Währungsstratege bei der UBS. Am Donnerstag tagt die Bank of England als erste der führenden Notenbanken in diesem Jahr. Während es als sicher gilt, dass sie dann noch stillhält, ist die große Frage, was sie im Februar macht. Dann dürfte ihr Anfang November auf 200 Mrd. Pfund aufgestocktes Programm zum Kauf von Staatsanleihen und privaten Wertpapieren vollendet sein, und sie muss entscheiden, ob sie nachlegt oder nicht. Großbritannien hinkt der weltweiten Erholung hinterher, zugleich ist die Inflation auf der Insel aber höher als andernorts.
Die Hoffnung auf eine robuste weltweite Konjunkturerholung habe den Dollar belastet, sagten Händler. Die Risikoneigung an den Märkten sei gestiegen und daher würden an den Devisenmärkten andere Währungen als der Dollar gesucht.
Viele Fondsmanager würden jetzt zu Jahresbeginn ihre Portfolios umschichten und den Anteil des Dollar verringern.
Die Anleger schwelgen schon in Aufschwungs-Phantasien.
Doch die US-Notenbank Federal Reserve dämpft die Erwartungen: Gouverneurin Duke sieht die US-Arbeitslosenquote auch 2010 auf hohem Niveau - und warnt vor Risiken bei Gewerbeimmobilien.
Trotz einer moderaten wirtschaftlichen Erholung wird die Arbeitslosenquote in den USA nach Einschätzung von Fed-Gouverneurin Elizabeth Duke 2010 hoch bleiben. "Selbst wenn die Arbeitslosenquote im Jahresverlauf sinkt, wird sie gemessen an der Historie auf einem hohen Niveau verharren", sagte Duke am Montagabend in einer Rede in Raleigh, North Carolina.
Wenn es um EUR-USD geht, wartet der Markt weiter auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Die gestrigen US-Makrodaten (sehr schwache Immobiliendaten und gute Auftragseingänge) konnten trotz kräftiger Überraschungen den Kurs nicht in Bewegung bringen. Heute steht mit der ADP Beschäftigungsumfrage ein erster Indikator für den Arbeitsmarktbericht auf der Agenda. Von monatlichen Schwankungen abgesehen, bildet dieser die Entwicklung am Arbeitsmarkt gut ab.
Allerdings dürfte es am Freitag genau auf diese monatlichen Schwankungen ankommen. Obwohl die ADP-Umfrage damit eigentlich kaum Rückschlüsse auf die Beschäftigungsdaten vom Freitag zulässt, könnte sie EUR-USD heute dennoch bewegen. Wir rechnen für heute mit einem Abbau von rund 100.000 Stellen, was EUR-USD eher Rückenwind verleihen sollte. Aber
Die neuerliche Abwärtswelle zur Handelseröffnung in Europa hat EZB-Direktoriumsmitglied Stark ausgelöst, der den Markt gewarnt hat, dass die übrigen Mitgliedsstaaten Griechenland nicht retten werden.
EU Auftragseingänge sind deutlich schwächer ausgefallen als erwartet. Die Schätzung von -11,0% wurde mit -14,5% deutlich übertroffen.
Athen - Die griechische Regierung will das aus dem Ruder gelaufene Haushaltsdefizit binnen drei Jahren unter die Drei-Prozent-Schwelle der EU drücken. Das kündigte Finanzminister George Papaconstantinou nach einer Kabinettssitzung an. Damit würde das Euro-Zonen-Mitglied ein Jahr früher als angekündigt den Euro-Stabilitätspakt wieder einhalten.
Die griechische Regierung will das aus dem Ruder gelaufene Haushaltsdefizit binnen drei Jahren unter die Drei-Prozent-Schwelle der EU drücken.
Das kündigte Finanzminister George Papaconstantinou nach einer Kabinettssitzung an. Damit würde das Euro-Zonen-Mitglied ein Jahr früher als angekündigt den Euro-Stabilitätspakt wieder einhalten.
Griechenland muss wegen seines Budgetdefizits mit strengen Sparauflagen rechnen, über die die EU-Finanzminister Mitte Februar beraten wollen.
Devisen: Euro klettert wieder Richtung 1,44 Dollar
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro hat sich am Mittwoch von seinem Kursrutsch unter die Marke von 1,43 US-Dollar erholt. Bis zum späten Nachmittag machte die Gemeinschaftswährung ihre anfänglichen Verluste wett und kostete 1,4377 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,4350 (Dienstag: 1,4442) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6969 (0,6924) Euro.
"Aussagen von EZB-Direktoriumsmitglied Jürgen Stark zur Schuldenkrise in Griechenland haben den Euro am Morgen belastet", sagte Devisenexpertin You-Na Park von der Commerzbank. Stark erteilte in der italienischen Zeitung "Il Sole 24 Ore" europäischen Rettungsaktionen für Griechenland eine Absage: "Die Märkte täuschen sich, wenn sie davon ausgehen, dass andere Mitgliedsstaaten ihre Brieftaschen aufmachen werden, um Griechenland zu retten." Der Effekt am Devisenmarkt hielt allerdings nicht lange an.
Laut Expertin Park bestimmt derzeit das Warten auf den US-Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag das Geschehen. Mit der ADP-Beschäftigungsumfrage stand am Mittwoch zwar ein erster Indikator für diese wichtige Kennzahl auf der Agenda. Die Daten lagen aber im Rahmen der Erwartungen und lieferten damit den Märkten keine neuen Impulse. Eine erneut positive Überraschung bei den Arbeitsmarktdaten könnte die Richtung an den Devisenmärkten für die nächste Zeit bestimmen. Ein Beschäftigungsanstieg könnte Zinserhöhungserwartungen erneut anheizen, sagte Park.
US-Senatsausschuss will Zuständigkeit der Fed begrenzen
Im US-Senat zeichnet sich eine Einigung über die umstrittene Finanzmarktreform ab.
Dabei solle der Notenbank Federal Reserve die Bankenaufsicht entzogen werden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Mitglieder des Bankenausschusses hätten sich darauf geeinigt, die Rolle der Fed auf die Geldpolitik zu beschränken. Die Notenbank solle aber Kreditgeber der letzten Instanz bleiben. Damit könnte der Gesetzesentwurf des Senats deutlich über den Vorschlag des Repräsentantenhauses hinausgehen, nach dem die Aufgaben der Fed nicht so stark beschnitten werden sollen.
Der demokratische Ausschussvorsitzende Christopher Dodd und der Banken-Experte der Republikaner, Richard Shelby, wollen sich auf einen Kompromiss zur Finanzmarktreform einigen, bevor sich der Senat zur nächsten Sitzung am 20. Januar trifft. Demokraten und Republikaner in dem Ausschuss sind sich den Kreisen zufolge bei der Rolle der Fed weitgehend einig. Ausschussmitglieder werfen der Fed eine zu lasche Regulierung vor. Die Notenbank habe zudem dabei versagt, die Wirtschaftskrise zu verhindern, auch seien Milliarden an Steuergeldern bei der Bankenrettung verschwendet worden. Derzeit ist die Fed für die Aufsicht über Banken wie Goldman Sachs, Citigroup, Morgan Stanley oder Bank of America zuständig.
Auch sollen Regeln für eine geordnete Abwicklung von in Schwierigkeiten geratenen Finanzinstituten gefunden werden. So soll eine Wiederholung der Ereignisse vom Herbst 2008 verhindert werden, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers eine Vertrauenskrise an den Weltmärkten ausgelöst hatte. Im Unterschied zu Lehman wurde später der strauchelnde Versicherungsriese AIG gerettet. Dodds Vorschlag sieht nun vor, dass der Einlagensicherungsfonds FDIC die Befugnis erhalten soll, in Schieflage geratene Finanzfirmen aufzuspalten.
Strittig zwischen den Vertretern beider Parteien ist dagegen noch, ob eine Verbraucherschutzbehörde geschaffen werden soll. Im Entwurf des Repräsentantenhauses ist die Gründung einer derartigen Stelle vorgesehen.
Die US-Notenbank weiß derzeit nicht, was sie von der konjunkturellen Erholung in den USA halten soll. Gerade die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt bereitet der Fed Sorgen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der letzten Sitzung hervorgeht.
Gerade dort verliefe der Aufschwung vergleichsweise schleppend.
Im Vergleich zu früheren schweren Rezessionen gestaltet sich die Erholung des Arbeitsmarktes nach Meinung von Mitgliedern der Federal Reserve Bank eher verhalten.
Dies ging aus dem am Mittwochabend veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung hervor. Die Arbeitslosigkeit werde für einige Zeit hoch bleiben.